Das Deutsche Reich (Weimarer Republik)
1919
Durch die Kriegseinwirkungen ist der Mitgliederstand auf 87 Personen gesunken. Bei der Jahreshauptversammlung können nicht wie sonst üblich die Fahnenträger gewählt werden, da dies die Besatzungsmacht verboten hat. Zum Ende dieses Jahres wird der Singstundenbetrieb wieder aufgenommen. Dirigent Lapp verlangt ein Honorar von 6 Mark pro Singstunde. Der Deutsche Männergesangverein singt bereits wieder seit April, er legt seinen Mitgliederbeitrag auf 30 Pf. monatlich fest. Beim Theaterabend an Weihnachten und auch im Jahr 1920 singt der Männergesangverein ab und zu als Gemischter Chor.
1920
Am 28. März verschmelzen sich die Gesangvereine "Liederkranz 1876" und Arbeitergesangverein "Lassallia 1902" zum "Volkschor".
1921
Am 8. Mai wird von Vereinspräsident Georg Kraft und Altbürgermeister Daniel Kraft eine Ehrentafel für sechs gefallene Sänger eingeweiht. Der Deutsche Männergesangverein hat zwei gefallene Sänger zu beklagen. Georg Kraft legt sein Vorstandsamt nach 20 Jahren nieder. Nach mehrwöchigem Bitten wird Friedrich Diether zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der Deutsche Männergesangverein begeht vom 11. bis 13. Juni sein 30-jähriges Stiftungsfest verbunden mit einer Fahnenweihe. 24 Festdamen beteiligen sich an diesem Fest, Ehrendame ist Frl. Luise Schuckmann.
1922
Die Inflation greift bereits um sich. Ein neuer Vorhang für die vereinseigene Theaterbühne kostet 1600 Mark und soll schnellstens angeschafft werden, bevor die Preise weiter ansteigen.
1923
Im 1. Halbjahr bezahlen 88 Mitglieder 8800 Mark Beitrag. Am 10. Februar 1924 wird der Beitrag für das 2. Halbjahr verbucht: 85 Mitglieder bezahlen 85 Billionen Mark.
1924
Der Hessische Sängerbund wird gegründet.
1926
Der "Volkschor" feiert das 50-jährige Bestehen des Liederkranzes und das 25-jährige Bestehen von Lassallia auf dem Festplatz. Am Sonntag, 3. April wird das 89-jährige Gründungsmitglied Heinrich Fückel II. von den vier ältesten Sängern zu Grabe getragen. In Mainz findet das Bundessängerfest statt, das bei den Treburer Sängern einen großen Eindruck hinterläßt.
1927
Der Turnverein weiht am 2. Pfingsttag seine "Turnhalle" ein. Der Radfahrerverein 1898 feiert vom 18.-20. Juni ein Jubiläum. Die "Genossenschaft Eigenheim" weiht am 4. Dezember seinen Saalbau ein. Bei allen Veranstaltungen wirkt der Gesangverein Mozart im Bunten Programm mit. Der Sängerkreis Mainspitze wird gegründet. Die Theaterspieler des Vereins wiederholen am 30. Dezember ihre Aufführungen von den Weihnachtstagen und stiften den Reinerlös dem Turnverein als finanzielle Beihilfe für den Turnhallenbau.
1928
Beim Deutschen Männergesangverein wird erstmals eine Steuer (wahrscheinlich Feuerversicherung) für den Flügel erwähnt, der bis ins Jahr 1980 unserem Verein zur Verfügung steht. Der Gesangverein Mozart benutzt das Klavier von Gastwirt Fritz Dörr im Hessischen Hof.
1929
Am 13. August wird der längstlebende Gründer Johannes Daum zu Grabe getragen. Infolge der in Trebur bestehenden günstigen Saalverhältnisse wird der Gauliedertag in den Folgejahren mehrmals nach Trebur vergeben.
1930
Beim Gauliedertag am 1. Juni in der Turnhalle wird Lehrer Heldmann (Dirigent im Männergesangverein) für 25-jährige Chorleitertätigkeit zum Chormeister des Hess. Sängerbundes ernannt. Die hohe Arbeitslosigkeit im Deutschen Reich bestimmt auch das Vereinsgeschehen. Der Vorstand führt langwierige Diskussionen, ob und wie das 75-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden soll. Der Vorschlag des 2. Vorsitzenden Friedrich Möbus, ein großes Fest über 3 Tage im Freien zu feiern, findet nur die Zustimmung von 16 Mitgliedern. Angenommen wird der Vorschlag der übrigen Vorstandsmitglieder, der schweren Zeit entsprechend ein Saalfest über 2 Tage in der Turnhalle zu feiern. Die Festtage sind am 21. und 22. Juni. Mitglied Vollhard hat die Turnhalle zu einer wahren Festhalle hergerichtet. An diesem Fest beteiligen sich folgende Vereine: Festgebender Verein, Deutscher Männergesangverein, Kriegerverein, Volkschor, Kirchengesangverein, Turnverein 1886, Radfahrerverein 1898, Freier Turnverein, Freier Radfahrerverein, Naturfreunde, Schützenverein "Tell", Stenographenverein, Samariterverein und Junglandbund. Der Besuch beim abschließenden Tanz am Hauptfesttag wird wie folgt bewertet:
| Vereinslokal Hessischer Hof |
ziemlich gut |
| Turnhalle |
auch noch annehmbar |
| Eigenheim | ungenügend |
Letzteres wird aber auf die Geldknappheit und nicht auf die Böswilligkeit der Einwohner zurückgeführt.
1931
Der Deutsche Männergesangverein feiert sein 40-jähriges Bestehen in der Turnhalle.